BIM-Modellierung im Bestand — Hintergrund und Abgrenzung
BIM-Modellierung ist eine Methode der durchgängigen, dreidimensionalen Bauwerksdatenmodellierung über den gesamten Lebenszyklus. International regelt die Normenreihe DIN EN ISO 19650 das Informationsmanagement mit BIM; in Deutschland bündelt die Plattform BIM Deutschland die Initiative von Bund, Ländern und Bauwirtschaft zur einheitlichen BIM-Methodik.
Für wen die BIM-Modellierung im Bestand sinnvoll ist
BIM-Modellierung im Bestand richtet sich an Architekten und Fachplaner mit Bestandsprojekten, Eigentümer mit größeren Bestandsportfolios, Bauträger bei Umnutzung oder Aufstockung sowie Asset- und Facility-Manager, die eine belastbare Datenbasis brauchen. Vorausgesetzt wird, dass eine planerische oder bewirtschaftende Folgenutzung des Modells absehbar ist — ohne Folgenutzung bleibt das Modell unter seinem Wert.
Welche Standards die BIM-Modellierung prägen
Drei Bezugspunkte sind in der deutschen Praxis maßgeblich. International regelt die Normenreihe DIN EN ISO 19650 das Informationsmanagement im BIM-Prozess — also wann welche Information zwischen den Beteiligten ausgetauscht wird. Im deutschen Kontext bündelt die Richtlinienreihe VDI 2552 Grundlagen und Begriffe der BIM-Methode in eigenen Blättern (Blatt 1: Grundlagen, Blatt 2: Begriffe). Die BIM-Deutschland-Plattform bündelt operative Leitfäden und Anwendungsfälle. Aus diesen Bezugspunkten leiten sich die Phasen-Logik und die projektbezogene Festlegung von Detailtiefe und Bauteilumfang ab, mit denen wir am Bestand arbeiten — unter den Stichworten LOD (Level of Development) und LOI (Level of Information).
Worin sich BIM-Modellierung im Bestand vom Neubau unterscheidet
Im Neubau startet die Modellierung mit einem Plan und arbeitet auf eine geplante Geometrie hin. Im Bestand ist die Geometrie bereits da — und sie weicht regelmäßig von alten Plänen ab. Die Datenbasis ist deshalb das aktuelle 3D-Aufmaß. Alte Bestandspläne weichen davon regelmäßig ab. Wir modellieren auf Toleranzen, die der real erfassten Geometrie entsprechen — mit Bauteilen, die sich nicht aus einem Standard-Katalog ableiten lassen. Diese Differenz prägt Ablauf, Aufwand und Qualitätssicherung.
Was SMART+AGILE in diesem Kontext leistet
SMART+AGILE deckt 3D-Erfassung, Punktwolken-Registrierung und BIM-Modellierung ab — Erfassung teils mit Vermessungspartnern, Modellierung in Eigenregie. Detailtiefe und Bauteilumfang stimmen wir vor Projektstart auf den Anwendungszweck ab und dokumentieren sie im Lieferumfang. Wenn dein Fokus stärker auf dem fertigen Modell als Lieferprodukt liegt, findest du die Schwerpunkt-Seite BIM-Modell erstellen — sie behandelt das gleiche Thema aus der Outcome-Sicht.